Werkzeugbau


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Konzeption

Obwohl im Werkzeugbau jedes Neuwerkzeug ein Unikat darstellt, sind die Werkzeuge aufgrund des Marktsegmentes, in dem jeder Betrieb tätig ist, durchweg ähnlich.

Je mehr ähnliche Werkzeuge gefertigt werden, desto größer ist der Erfahrungsschatz, mit dessen Hilfe Neuwerkzeuge präzise kalkuliert werden können.

Die Konzeption des PROQUAM PPS-BDE-Systems im Werkzeugbau beruht daher auf der Führung eines Erfahrungssystems, in der bereits fertiggestellte Aufträge mit ihren damaligen Planwerten und realisierten Istwerten hinterlegt sind. Das Erfahrungssystem enthält Stücklisten und Arbeitspläne, die als Grundlage für jeden Neuauftrag dienen.

Die Auswahl der für einen Neuauftrag heranzuziehenden Altaufträge mit Stücklisten und Arbeitsplänen erfolgt in Verbindung mit einem sogenannten Klassifikationsbaum, in der Werkzeuge klassifiziert sind, um eine Zusammenstellung der bestmöglichen Ausgangsdaten zu gewährleisten.

Damit eine präzise Planung von Terminen, benötigtem Personal und Betriebsmitteln erfolgen kann, werden die entsprechend verfügbaren Maschinen- und Personalkapazitäten, Lagerbestände und Lieferzeiten von Zukaufteilen im System geführt.


Angebotserstellung mit dem Erfahrungssystem

Die Angebotserstellung beginnt mit der Klassifikation des neu herzustellenden Werkzeuges. Basierend auf dieser Klassifikation vergleicht das PROQUAM PPS-BDE-System die Neuanfertigung mit bereits bekannten, ähnlichen Werkzeugen des Erfahrungssystems und erstellt in Verbindung mit Stücklisten und Arbeitsplänen ein neues Angebot.

Abweichend von dem Erfahrungsauftrag können Stücklisten und Arbeitspläne des Neuwerkzeuges auftragsspezifisch verändert und angepasst werden.

Da jeder neue, potentielle Auftrag in die bestehende Auslastung mit einbezogen wird, ist eine exakte Voraussage des Liefertermins möglich.


Auftragseinlastung

Führt das erstellte Angebot zu einem Auftrag, so stehen die Planungsdaten für den Neuauftrag bereits zur Verfügung. Mit den dann gültigen Daten über Lagerbestände und freie Kapazitäten erfolgt die Einplanung.


Auftragsplanung

Die Einplanung der einzelnen Arbeitsgänge eines Auftrages stellt das Kernstück der Auftragsplanung dar. Auf der Basis vorgegebener Arbeitsgänge werden diese mit den verfügbaren Kapazitäten abgeglichen. Das PPS-BDE-System wählt in vielen Optimierungsschritten die geeigneten Personen und Maschinen für jeden Arbeitsschritt aus.

Dabei wird geprüft, ob Personen und Maschinen ausreichend für die gestellte Anforderung geeignet sind (Mindesteignung oder besser) und ob sie rechtzeitig aufgrund freier Kapazitäten eingesetzt werden können. Falls mehrere, prinzipiell gleich gute Möglichkeiten vorhanden sind, so wird bei freier Verfügbarkeit als zusätzliches Auswahlkriterium die wirtschaftlichste Variante herangezogen.

Ein automatisch generierter Plan kann ggf. vom Fertigungssteuerer abgeändert werden. Hierfür stehen Eingriffsmöglichkeiten für die manuelle Umplanung zur Verfügung.


Berücksichtigung von Reparaturen

In vielen Fällen hat der Werkzeugbau neben der Neuanfertigung auch erhebliche Wartungs- und Reparaturarbeiten zu leisten. Dies trifft insbesondere für Unternehmen zu, die eine eigene Spritzerei, Extrusion oder Stanzerei haben.

Aus diesen Fertigungsbereichen werden zwar ungeplant, aber dennoch regelmäßig, Reparaturaufträge eingelastet. Diese Eilaufträge beeinflussen den Liefertermin von Neuaufträgen teilweise nicht unerheblich.

Das PPS-BDE-System berücksichtigt diese Sondersituation, indem bestimmte Personen- und Maschinengruppen nur zu einem gewissen Prozentsatz planerisch für Neuwerkzeuge herangezogen werden. Die verbleibende Restkapazität kann dann für unvorhergesehene Eilaufträge genutzt werden, ohne ständig Planabweichungen hervorzurufen.


BDE - Rückmeldungen

Jede Planung entspricht der Qualität ihrer Ausgangsdaten. Damit möglichst geringe Planabweichungen auftreten und darüber hinaus alle Ereignisse der Fertigung (z.B. Maschinenstörungen) in die zukünftige Planung einfließen, ist der Einsatz einer integrierten Betriebsdatenerfassung unumgänglich.

Basierend auf den auftragsspezifisch ausgelösten Arbeitsgängen werden die Rückmeldungen aus dem Betrieb erfasst. Dazu melden sich die einzelnen Personen zu den für sie geplanten Arbeitsgängen an, wobei ein automatisches Mitanmelden der von ihnen benutzten Produktionsmaschinen möglich ist.


Erfahrungssystem

Damit alle einmal in einem Betrieb gemachten Erfahrungen auch für die Zukunft genutzt werden können, ist ein sogenanntes "Erfahrungssystem" installiert. Es enthält alle jemals zuvor durchgeführten Aufträge mit ihren damaligen Plan-, Soll- und Istwerten und bildet so die Basis für die zukünftige Planung neuer Aufträge. Mit wachsender Erfahrung wird die Genauigkeit der Plandaten für zukünftige Aufträge und damit die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens erhöht.


Simulation

Die Situation in der Fertigung ändert sich ständig. Der Fertigungssteuerer muss schnell und geeignet reagieren, wobei er meist mehrere verschiedene Möglichkeiten hat. Die Auswirkung seiner Entscheidung auf die Gesamtfertigung kann er a priori nicht überblicken.

Hier bietet sich die Simulation als vorausschauende Bewertung der möglichen Planvarianten an.

Die Simulation nutzt die Momentaufnahme des aktuellen Fertigungszustandes und ermöglicht gemeinsam mit den Stammdaten verschiedene Szenarien durchzuspielen.

Abhängig von den zu beantwortenden Fragen "was wäre wenn..." können Mengen, Termine oder Prioritäten verändert, zusätzliche Eilaufträge eingelastet oder Ressourcen erhöht (Neuanschaffung, Überstunden) oder erniedrigt (Krankmeldung) werden.

 

 

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